Paraiba Turmalin - ein faszinierender Edelstein

Paraiba Turmaline

Es handelt sich bei den sehr raren und ausgesprochen wertvollen Paraiba Turmalinen um kupfer- und manganhaltige Edelsteine, die erstmals im brasilianischen Staat Paraiba entdeckt wurden. Sie bestechen durch eine ganz außergewöhnliche türkise bis grüne Farbgebung, die man in dieser Art bei keinen anderen Edelsteinen auf der Welt findet. Ihre besonderen Farben verdanken Paraiba Turmaline den Spurenelementen Kupfer und Mangan – genau gesagt, handelt es sich bei Paraiba Turmalin um eine „kupfer- und manganhaltige Varietät des Turmalinminerals Elbait“. Mittlerweile fand man diese besonderen Edelsteine auch in anderen Weltregionen wie Nigeria und Mosambik. Trotzdem sind Paraiba Turmaline so selten und von so beeindruckender Farbintensität, dass Sie heutzutage als wahre Schätze gelten.

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I. Geschichte: Die Entdeckung der Paraiba Turmaline

Bei Edelsteinkennern ruft alleine der Begriff „Paraiba“ absolute Faszination hervor – schließlich handelt es sich um den namengebenden Fundort eines Edelsteins, der mit seinen Blau- bis Grüntönen ganz ungewöhnlich lebhaft wirkt. Übrigens wurde diese besondere Art von Turmalinen vor gar nicht allzu langer Zeit erstmals entdeckt – um genau zu sein, erst in den 1980er Jahren. Die Entdeckung dieser einzigartigen Edelsteine verdanken wir Heitor Dimas Barbosa – einem Mann der Jahre damit verbrachte, die Pegmatit Vorkommen in den Hügeln von Paraiba zu durchsuchen, bis man schließlich fündig wurde.

Heitor Dimas Barbosa hatte die Vision, unterhalb des mittlerweile berühmten „Paraiba Hügels“, gerade mal 400 m lang, 200 m breit und 65 m hoch, eine bislang völlig unbekannte Art von Edelsteinen zu entdecken. Und er sollte Recht behalten. Im Jahre 1981 begann er mit den ersten Vorbereitungen für Grabungen an einer alten, maroden Tagebau Mine. Er bohrte ein tiefes Loch nach dem anderen in den harten Untergrund – zunächst erfolglos. Doch plötzlich, fünfeinhalb Jahre nach dem ersten Spatenstich, entdeckte er die ersten Hinweise auf Turmaline in dem Gewirr von Tunneln, Stollen und Schächten. Im Herbst des Jahres 1989 kam endlich eine Handvoll feinster Turmaline ans Tageslicht – in Farben, von denen man vorher nur träumen konnte. Unglücklicherweise war Heitor Dimas Barbosa genau zu dem Zeitpunkt erkrankt, weshalb er nicht an der Mine sein konnte. Stattdessen wurden die unbearbeiteten Kristalle verkauft, ohne dass er sie je zu Gesicht bekommen hatte! Als sich die Nachricht von dem Fund herumsprach, begann an der Mine eine Phase hektischer Aktivität. Weitere 5 Jahre lang wurde der inzwischen berühmte Hügel durchkämmt und teilweise bis auf den Grund abgetragen. Aber die Mühe war vergeblich. Inzwischen gibt es kaum noch Hoffnung, dass dort noch weitere Funde gemacht werden.

II. Zusammensetzung: Wie kommen die beeindruckenden Farben der Paraiba Turmaline zustande?

Turmaline gibt es in praktisch sämtlichen Farben des Regenbogens. Für eine lange Zeit jedoch gab es keine Exemplare in strahlendem Türkis – bis das wertvolle Vorkommen in Paraiba entdeckt wurde. Im Normalfall sind die Elemente Eisen, Mangan, Chrom und Vanadium für die wunderschönen Farben der Turmaline verantwortlich. Beim Paraiba Turmalin ist das anders: Er verdankt seine herrlichen Farben Kupfer - einem Element, das noch nie zuvor in einem Turmalin beobachtet wurde. In der Tat ist ein ziemlich großer Teil des Gewichts der Paraiba Turmaline auf Kupfer zurückzuführen. Darüber hinaus konnten Wissenschaftler nachweisen, dass diese Edelsteine nicht nur Kupfer, sondern oft auch Mangan enthalten.

Bei Paraiba Turmalinen ruft das Wechselspiel dieser beiden Elemente eine Vielfalt von faszinierend schönen Farben hervor: Smaragdgrün, Türkis bis Himmelblau, Saphirblau, Indigo, Bläulich-Violett und Lila. Bestimmte Mischverhältnisse von Kupfer und Mangan können auch in einem blassen Grau bis hin zu violett-blauen Farbtönen resultieren. Kupfer in hohen Konzentrationen ist verantwortlich für die sehr begehrte leuchtende Blau-, Türkis- und Grünfärbung, während Violett- und Rottöne durch Mangan hervorgerufen werden. Mittels einer Erhitzung in einem bestimmten Temperaturbereich können erfahrene Edelsteinschleifer die roten Farbkomponenten entfernen, wodurch als Ergebnis nur eine neon-grüne bis neon-blaue Farbe übrig bleibt.

Allerdings kommt die außergewöhnlich intensive Farbe der Paraiba Turmaline erst zum Vorschein, wenn die Steine bearbeitet bzw. geschliffen werden. Facettiert, funkeln sie mit einem wirklich ungewöhnlichen „Feuer“ und scheinen intensiv zu glühen, selbst bei nur schwachem Licht. Deshalb werden die Farben dieser Turmaline auch oftmals als „elektrisch“ oder „neon“ beschrieben. Die Aura dieser Naturschätze erscheint gleichzeitig frisch und lebendig. Das „Karibik-Blau“ der Paraiba Turmaline funkelt besonders lebhaft, und man muss kein Experte sein um das zu sehen.

Paraiba Turmaline aus Brasilien sind so gut wie immer recht klein; schon die wunderhübschen kupferhaltigen Turmalin-Kristalle vom „Noble Hill“ in Paraiba waren fast nur Fragmente, als sie entdeckt wurden. Größere Rohsteine ohne Risse mit einem Gewicht von mehr als 5 g waren rar, und nur sehr wenige dieser Kristalle hatten ein Gewicht von mehr als 20 g. Aus diesem Grund ist es ausgesprochen unwahrscheinlich, dass Sie bei einem Juwelier oder einem Edelstein-Händler große brasilianische Paraiba Turmaline finden werden – ganz abgesehen davon, dass nur wenige spezialisierte Händler diese hochwertige Edelstein-Rarität überhaupt anbieten.

Die Welt der Edelstein-Kenner war von Anfang an fasziniert von der Schönheit und den lebhaften Farben der Paraiba Turmaline. Innerhalb kürzester Zeit erreichten Sie eine große Popularität und heutzutage gehören Sie zu den meistgesuchten und teuersten Edelsteinen weltweit. Die Preise steigen immer weiter an und haben mittlerweile ein Level erreicht, das in früheren Zeiten als unrealistisch für einen Turmalin gegolten hätte. Heute sind fünfstellige Preise per Karat keineswegs ungewöhnlich für erlesene, große Paraiba Turmaline. Der Markt hat sich schon nach kurzer Zeit die bescheidenen Vorkommen an Rohsteinen einverleibt – dies ist mehr als verständlich, da die Natur hier einen Edelstein erschaffen hat, der aufgrund von Farbe und Leuchtkraft mit nichts anderem vergleichbar ist. Und ohne Heitor Dimas Barbosas unermüdlichen Einsatz in den Hügeln von Paraiba, hätten wir wahrscheinlich niemals von diesem Schatz erfahren.

III. Vorkommen: Gibt es Paraiba Turmaline nur in Brasilien?

Man könnte annehmen, mit den erschöpften Vorkommen in Paraiba wäre die Geschichte dieser außergewöhnlichen Turmaline an ihr Ende gelangt. Doch immer wieder hat die Natur unerwartete Überraschungen parat. Seit Anfang 2001 wird die Geschichte der Paraiba Turmaline fortgeschrieben, wenn auch in einem anderen Erdteil. In diesem Jahr erschienen plötzlich einige blau-grün glänzende Turmaline aus Nigeria auf dem Markt, die denen aus Paraiba ziemlich stark ähnelten. Dies war eine echte Sensation: Genau wie die Paraiba Turmaline enthüllten Sie ihre wahre Schönheit erst, nachdem sie einem vorsichtigen Brennvorgang unterzogen wurden. Zwar sind die Farben dieser neu entdeckten Edelsteine im allgemeinen etwas „schwächer“, aber der Unterschied ist so gering, dass der Nicht-Fachmann dies wohl kaum bemerken wird. Sogar Wissenschaftler haben Schwierigkeiten, Merkmale zu finden, anhand derer man Paraiba Turmaline aus Brasilien und die kupferhaltigen Turmaline aus Afrika unterscheiden kann, da selbst der Chemismus beider Sorten identisch ist. Beide erhalten ihre wunderschönen Farben aufgrund Ihres Kupfer- und Mangangehalts. Wie kommt das? Die Antwort auf diese Frage ist naheliegend: Man kann diese besondere Verbreitung der wertvollsten Edelsteine der Welt auf die Kontinentaldrift zurückführen. Um das zu verstehen, braucht man nur einen Weltatlas zur Hand zu nehmen und sich die Umrisse von Südamerika und vom afrikanischen Kontinent anzusehen. Wie man sieht, passen die Küstenlinien des östlichen Südamerika und des westlichen Afrika wie bei einem Puzzle ineinander. Wenn wir die beiden Kontinente in unseren Gedanken zusammenfügen, so kann man feststellen, dass sich Nigeria sehr schön an das nordöstliche Brasilien anschmiegt. Es ist also davon auszugehen, dass die glänzenden, kupferhaltigen Turmaline aus Nigeria unter denselben Bedingungen entstanden wie die aus Paraiba – und zwar zu einem Zeitpunkt, bevor die beiden Kontinente auseinanderdrifteten.

Mittlerweile entdeckte man sogar im östlichen Afrika, genauer gesagt in der (bereits als Turmalin-Fundstelle bekannten) Pegmatitregion von Alto Ligonha in Mosambik, Turmaline von blauer, grünlich-blauer, grüner, gelblich-grüner, purpurner sowie violetter und pinker Farbe, die ebenfalls zu einem großen Teil als kupfer- und manganhaltige Elbaite bezeichnet werden können. Im Vergleich zu den Funden aus Nigeria haben die Turmaline aus Mosambik sogar noch bessere Farben und Qualitäten. Auch diese Edelsteine werden aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung den Paraiba-Turmalinen zugeordnet – auch wenn Sie nicht von der „originalen“ Fundstelle in Brasilien stammen. Gemäß der neuesten Ausgabe des blauen Buches der Cibjo-Nomenklatur kann der Begriff Paraiba-Turmaline nämlich für sämtliche grüne und blaue Turmaline verwendet werden, deren Farbgebung auf das Spurenelement Kupfer zurückgeführt werden kann – es kommt also nicht auf die Herkunft an. Das heißt: Da die Farben, die gemmologischen Eigenschaften und sogar das geologische Entstehungsmilieu so gut wie identisch sind, können auch die entsprechenden Exemplare aus Afrika als „Paraiba Turmaline“ bezeichnet werden. Tatsächlich beschreibt die „Deutsche Stiftung Edelsteinforschung“ diese blauen bis grünen Turmaline als „Kupfer und manganhaltige Varietät des Turmalinminerals Elbait, das im Handel auch als Paraiba-Turmalin bezeichnet werden kann“. Tatsächlich stammen inzwischen fast alle der auf dem Markt erhältlichen Paraiba Turmaline aus Mosambik, und nicht aus Brasilien. Edelstein-Liebhaber können sich also darüber freuen, dass es jetzt als Alternative zu den legendären Paraiba Turmalinen auch Turmaline aus Afrika in einem wunderschön leuchtenden grün-blau auf dem Markt gibt.

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