Edelsteine Liste: Jade

Jade

Der Begriff Jade bezeichnet im Grunde 2 unterschiedliche Edelsteine, nämlich Jadeit und den weicheren Nephrit – diese beiden in Aussehen, Härte und Bearbeitungseigenschaften recht ähnlichen Minerale werden in China auch als „echte Jade“ bezeichnet (erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts unterscheidet man zwischen den beiden verschiedenen Steinen). Im alten China wurde Jade „Yu“ genannt – dort war das Mineral hochbegehrt und galt als „königlicher Edelstein“. Aus Jade wurden dort wertvolle Kultfiguren und Grabbeigaben für hochrangige Mitglieder des Kaiserhauses hergestellt. Aber auch in Europa und Mittelamerika wurde Jade schon seit tausenden von Jahren zu wertvollen Objekten verarbeitet.

Jadeit zeigt sämtliche Variationen der Farbe Grün, wobei Smaragdgrün als die beste Farbe gilt. Manchmal sind die Steine mit kleinen dunklen Flecken versehen oder weisen Äderchen und Streifen auf – dies bedeutet keine Wertminderung, manchmal gelten gerade diese Exemplare als besonders wertvoll. Auch wenn Grün die vorherrschende Farbe ist, so gibt es den Jadeit in seltenen Fällen auch in weißen, farblosen, grauen, bläulichen, roten, braunen, orangen, rosafarbenen oder gelben und violetten Tönen. Jadeit ist zwar im chemischen Reinzustand weiß, aber durch Beimischungen entstehen schließlich die Färbungen – die grüne Farbe z.B. geht zurück auf geringe Anteile von Chrom-, Chlor- und anderen Ionen.

Allein bei grüner Jade unterscheiden Gemmologen zwischen 7 Hauptqualitäten, die von hellen, gefleckten Grüntönen über Spinat- und Apfelgrün bis hin zum intensiven Smaragdgrün der sog. „Imperial-Jade“, dem teuersten Vertreter dieser besonderen Edelsteine, reichen. Der Wert von Jade ergibt sich aber nicht nur aus der Farbe des jeweiligen Steins, sondern auch nach dessen Reinheit, Transparenz und Art der Maserung.

Rein wissenschaftlich gesehen handelt es sich bei Jade um ein Mineral aus der Mineralklasse der Silikate und Germanate. Mit einer Härte von 6,5 bis 7 ist Jade zwar nur wenig bis mittelhart, aber trotzdem ist dieser Edelstein aufgrund seiner Zähigkeit, der schwierigen Konsistenz und der Tatsache, dass die Spaltbarkeit vorher nicht erkennbar ist, nur sehr schwer zu bearbeiten. Trotzdem muss Jadeit geschliffen werden, da nur dadurch die eigentliche Qualität mit dem hellen Glasglanz sichtbar wird.

Der qualitativ hochwertigste Jadeit stammt aus Myanmar. Andere wichtige Fundorte finden sich z.B. in China, Guatemala und Russland. Weitere bedeutende Jade-Vorkommen gibt es in Brasilien, Kanada, Tibet, den USA, Japan, Deutschland (Forchheim), den griechischen Kykladen-Inseln sowie im westlichen Kanada (dunkelgrüne Kanada-Jade).

Als wertvollste und somit teuerste Jadevariante gilt heutzutage die „Imperial Jade“ oder „Kaiserjade“ mit ihrer leicht transparenten smaragdgrünen Farbe.

Die heutige Bezeichnung „Jade“ geht zurück auf das spanische „piedra de ijada“, was „Lenden- bzw. Nierenstein“ bedeutet – die südamerikanischen Indianer sagten dem Stein nämlich eine heilende Wirkung bei Lenden- und Nierenleiden nach.