Edelstein Liste: Spinell

Spinell

Im Laufe der Geschichte wurden Spinelle immer wieder mit Rubinen verwechselt. Dies liegt z.T. daran, dass Spinell oft in denselben Vorkommen zu finden ist. Während der Edelstein Spinell ein Magnesium-Aluminium-Oxid ist, handelt es sich bei Rubinen (Korund) aber um ein Aluminium-Oxid. In Ablagerungen, in denen sowohl Rubine als auch rote Spinelle gefunden werden, sind Spinelle in aller Regel häufiger als Rubine. Dies ist darauf zurückzuführen, dass es zur Entstehung von Spinellen kommt, wenn sowohl Magnesium als auch Aluminium präsent sind. Erst wenn das Magnesium aufgebraucht ist, haben Rubine eine Chance zu kristallisieren. Sowohl Rubine als auch roter Spinell verdanken ihre Farbe demselben Cr+3 Ion. 

Höchstwahrscheinlich stammen die berühmten Mogul-Spinelle aus lange verlassenen Minen entlang des antiken Oxos-Flusses (heute Amu-Darja genannt), der das heutige Tadschikistan von Afghanistan trennt. Die Lokalität befindet sich 47 km innerhalb Tadschikistans, südlich von Khorog am Rande des Pyandzeh-Flusstals. 

Schöne Beispiele für diese Spinelle aus der Bergregion Badakhshan finden sich in einigen der berühmtesten Edelsteinsammlungen der Welt. Die größte Ansammlung findet sich wahrscheinlich in den iranischen Kronjuwelen in Teheran. Andere Spinelle finden sich in den britischen Kronjuwelen im Tower of London als auch im Moskauer Kreml.  

Farbe

Die gefragtesten Farben beim Spinell kommen heutzutage aus Tansania, Mahenge. Dort werden Spinell aufgefunden, die wunderschöne Neon-Farben aufweisen. Die Farbpalette  reicht von Orange-Pink bis Neon-Pink-Rot.

Bei dem roten Spinel sind die schönsten Farben mit denen von Rubinen vergleichbar – also ein intensives, sattes Rot, dass dem Rotlicht einer Ampel ähnelt. Allerdings tendieren Spinelle im Gegensatz zu Rubinen etwas mehr zu einem Ziegelrot (während Rubine etwas mehr zu einem purpurnen Einschlag neigen). Wie bei allen Edelsteinen, sind die meistgesuchten Spinelle diejenigen mit einer intensiven Farbe, die nicht zu hell oder zu dunkel ausfallen darf. Die Preise sinken wenn die Farbe zu einem zu hellen Pink  tendiert.

Auch orangefarbene Spinelle können herrlich anzusehen sein. Suchen Sie nach Exemplaren mit einem satten Orange ohne zu viele dunkle Untertöne. 

In seltenen Fällen findet man in Sri Lanka blaue Spinelle, deren Färbung durch Kobalt hervorgerufen wird. Diese kobaltblauen Spinelle sind unter Sammlern heiß begehrt. Die besten Preise erzielt ein intensives Blau, dass in der Welt der Edelsteine absolut einzigartig ist.

Neben roten, rosa, blauen und orangen Exemplaren gibt es Spinelle aber noch in unzähligen anderen Farben – sehr häufig in Violett bzw. Violettabstufungen, Purpur und Blau-Grün.  

Reinheit

Spinelle sind häufig reiner als Rubine. Allerdings sind sehr schöne Rottöne relativ selten, da die Steine so gut wie immer irgendwelche Reinheitsdefekte aufweisen (in den meisten Fällen Frakturen). Kristalleinschlüsse kommen bei Spinellen häufig vor. Viele Steine weisen auch natürliche Eisenoxid-Spuren in ihren Frakturen auf.

Schliff

Aufgrund der oktaedrischen Natur der Spinelle, werden diese meist in Kissenform geschliffen. Gelegentlich kommen aber auch andere Formen vor, beispielsweise der Rund- oder Smaragdschliff.

Preise

Der Spinell stand immer im Schatten des Rubins, mit dem Ergebnis dass die Preise nur einen Bruchteil von dem betragen, was für einen vergleichbaren Rubin zu zahlen wäre. Die Preise für große Exemplare aus Tansania können durchaus 10000 Euro und mehr pro Karat betragen. Rote Spinelle aus Burma oder kobaltblaue Steine werden ebenfalls sehr hoch gehandelt. Da synthetische Spinelle oftmals für Imitate von Geburtsstein-Ringen genutzt werden, denken viele Menschen an den Begriff „synthetisch“, wenn Sie die Bezeichnung „Spinell“ hören – was bedauerlich ist, da der Edelstein Spinell zu den schönsten und seltensten Schätzen gehört, welche die Natur zu bieten hat. 

Größen

Es gibt facettierte Spinelle mit 100 Karat oder sogar mehr, allerdings sind erstklassige rote oder blaue Steine von mehr als fünf Karat ziemlich rar.  

Kristallhabitus 

Spinell kommt typischerweise als Oktaeder vor, sowohl wohlgeformt als auch abgeflacht. Exemplare aus Burmas „Mogok Stone Tract“ sind häufig von solcher Perfektion, dass sie, so wie sie sind, in Schmuckgegenstände eingebaut werden. Diese Steine werden „nat thwe“ genannt, was so viel bedeutet wie „vom Geiste poliert“. 

Name

Man geht davon aus, dass die Bezeichnung „Spinell“ auf das lateinische „spina“ zurückgeht, was „Dorn“ bedeutet – eventuell in Anlehnung an die spitze Form, wie sie für die Spinell-Oktaeder typisch ist. In der Vergangenheit bezeichnete man Spinell auch als „Balas Rubin“, als Referenz an die Minen von Badakhshan.

Herkunft

Heutzutage kommen erlesene Spinelle aus einer Handvoll von Quellen. Die besten roten, rosa und orangenen Exemplare stammen aus den Burma und mittlerweile aus Tansania. Die schönsten blauen und violetten Spinelle findet man in Sri Lanka (Ceylon). Darüber hinaus findet man Spinelle auch in Vietnam, Tansania, Madagaskar und dem Pamir Gebirge in Tadschikistan. Schwarze Spinelle werden in Thailand abgebaut.

Imitationen

Etwa seit dem Jahre 1909 wird synthetischer Spinell mittels des sog. Verneuil-Verfahrens hergestellt. Er wird dabei in unterschiedlichsten Farben produziert, von denen einige in der Natur gar nicht vorkommen.