Edelstein Liste: Saphir

Saphir

Als Saphir bezeichnet man alle Farben der Korund-Varietät. Nur Korunde von roter Farbe werden einfach mit dem Begriff „Rubin“ bezeichnet. Übrigens nennt man in Asien auch rosa Korunde Rubine – außerhalb Asiens spricht man dagegen ganz einfach von „Rosa Saphiren“. 

Farbe

Die Intensität der Farbe ist der wichtigste Faktor zur Wertbestimmung eines Saphirs. Der ideale blaue Saphir zeigt ein intensives, sattes Blau, das nicht zu dunkel sein darf. Die Farbe wird als „Kornblumenblau“ bezeichnet. Der sogenannte „padparadscha“ Saphir, dessen Farbe ein Rosa-Orange-Rot ist, gehört neben den intensiv blauen Saphiren zu den wertvollsten Steinen der Korund-Varietät.

Reinheit

Saphire tendieren dazu, reiner als Rubine zu sein. Käufer sollten besonders nach „augenreinen“ Steinen Ausschau halten – also nach Steinen, bei denen mit bloßem Auge keine Einschlüsse erkennbar sind. Allerdings können extrem feine Seidenschlüsse den Wert von bestimmten Exemplaren sogar erhöhen – dies trifft z.B. zu auf die berühmten Kaschmir-Saphire, die eine außergewöhnliche, samtig blaue Farbe aufweisen. Eine bestimmte Menge an Seideneinschlüssen durch Rutilnadeln ist auch nötig, um den Sterneffekt in Sternsaphiren auszulösen – allerdings führen zu viele Einschlüsse zu einer Entsättigung der Farbe, so dass die Steine gräulich erscheinen. Das ist nicht wünschenswert. 

Schliff

Saphire werden in unterschiedlichen Formen und Schliffarten angeboten. Es gibt sowohl Exemplare im Oval-, Kissen- oder Rundschliff, aber auch Formen wie den Herz- oder den Smaragdschliff. Für runde Steine werden besonders hohe Preise erzielt. Auch Cabochon-Saphire sind häufig zu finden – der Cabochon-Schliff kommt nicht nur bei Sternsteinen zum Einsatz, sondern auch bei Stücken, die für eine Facettierung nicht rein genug sind. Die besten Cabochons sind halbwegs transparent, haben eine gute Symmetrie und glatte Kuppen.

Preis

Saphire gehören zu den weltweit teuersten Edelsteinen, mit Preisen, die mit denen von schönen Rubinen oder Smaragden vergleichbar sind. Allerdings kann man, wie bei allen anderen Edelsteinen auch, Saphire von niedriger Qualität bereits für ein paar Dollar pro Karat erwerben – hierbei handelt es sich in aller Regel um Steine, die für einen Facettenschliff nicht rein genug sind. Der höchste jemals für einen blauen Saphir erzielte Preis war 135,216 Dollar/ct. – es handelte sich dabei um einen, im Jahre 2007 verkauften, namenlosen Kaschmir-Saphir (22.66-ct.), der einst dem „Empire Builder“ James J. Hill gehörte. Dieser Ertrag toppte den vorherigen Rekord allerdings nur knapp: 2001 wurde der 62.02-ct. Rockefeller Saphir für 48,871 Dollar/ct. verkauft.  

Größen

Von blauen Saphiren gibt es deutlich größere Exemplare als von Rubinen, wobei die größten facettierbaren Exemplare aus Sri Lanka stammen (Qualität 100-ct. plus). Jeder unbehandelte Rubin mit einer Qualität von mehr als 2 Karat muss als rar betrachtet werden. Unbehandelte Rubine über 5 Karat gehören zur absoluten Weltklasse.

Erscheinung

Auch Saphire können den sog. Sterneffekt aufweisen („Asterismus“). Erlesene Sternsaphire zeigen scharf abgegrenzte, sechstrahlige Sterne, die schön in der Mitte des Cabochon positioniert sind. Alle Strahlen des Sterns sollten intakt und gleichmäßig sein. Die besten Preise werden erzielt für Stücke mit einem deutlichen Stern auf einem Stein mit einem intensiven Blau. Gelegentlich kommen sogar zwölfstrahlige Sterne vor.

Name

Man vermutet, dass sich die Bezeichnung “Saphir” von “sappheiros“ ableitet, dem griechischen Wort für „Blau“. Höchstwahrscheinlich wurde der Begriff erstmals auf Lapislazuli aus Afghanistan angewendet. Orientalischem Glauben zufolge ist der Saphir der Edelstein des Saturns. Außerdem handelt es sich um den Geburtsstein für den September. 

Herkunft

Der erste Saphir-Fundort war mit großer Wahrscheinlichkeit Sri Lanka (Ceylon). Vorkommen mit schönen Exemplaren gibt es auch in Kaschmir (Indien), Thailand, Kambodscha, Madagaskar und Mogok (Burma). Saphire mit einer dunklen, „tintig“ blauen Farbe findet man in Australien, Vietnam, China, Nigeria, Laos und einigen anderen Orten. Erlesene, aber kleine Exemplare entdeckte man in der Yogo Schlucht, Montana (USA). Weitere Saphir-Vorkommen gibt es in Ruanda, Tansania, Malawi und Kenia.

Behandlungsmethoden

Heutzutage werden die meisten blauen Saphire hitzebehandelt, um ihr Äußeres zu verbessern. Die so behandelten Steine sind absolut farbstabil. In niedriger Qualität erzielen hitzebehandelte Steine ungefähr dieselben Preise wie unbehandelte Exemplare derselben Qualität. Handelt es sich dagegen um qualitativ hochwertige Steine, so haben unbehandelte Exemplare einen viel höheren Wert. Leider werden mittlerweile viele Saphire Beryllium-behandelt, um die Farbe zu verbessern. Die so behandelten Saphire, sind viel weniger wert, als die hitze-oder unbehandelten Steine. Wie bei allen wertvollen Edelsteinen, sollte man auch vor dem Kauf eines teuren Saphirs erst durch ein renommiertes Edelstein Labor prüfen lassen, ob das Exemplar einer Behandlung unterzogen wurde. Seriöse Händler werden den Kunden aber immer informieren, ob und auf welche Art ein Edelstein behandelt wurde.

Imitationen 

Sehr preisgünstige blaue Saphire wurden bereits seit dem Jahre 1908 mit Hilfe des sog. Verneuil-Verfahrens hergestellt. Sehr selten stößt man auch auf blaue Saphire die mittels anderer Verfahren produziert wurden – beispielsweise hydrothermalen- oder Czochralski-Prozessen. Darüber hinaus gibt es auch Dubletten mit Kronen aus natürlichem Saphir und synthetischen Saphir-Pavillons. 

Wissen und Überlieferung

In der indischen Astrologie wird der Saphir mit dem Planeten Saturn assoziiert. Obwohl der blaue Saphir traditionell aus Sri Lanka und Burma stammt, wird er bei indischem Schmuck kaum verwendet. Manche indischen Juweliere weigern sich sogar den Stein zu verwenden, der mit einem so machtvollen Planeten verbunden ist. Obwohl es so einen Aberglauben im Islam nicht gibt, so wurden Saphire gemeinhin nicht einmal an den Mogul Höfen genutzt. In der westlichen Welt sind solche Ängste unbekannt, und hier gehört der Saphir zu den beliebtesten Edelsteinen überhaupt. Im modernen westlichen System gilt der Saphir als Geburtsstein des Septembers.