Edelstein Liste: Alexandrit

Alexandrit 

Alexandrit ist eine Chrysoberyll-Varietät, die eine außergewöhnliche Farbänderung von Grün zu Rot zeigt - ein klarer Farbwechsel ist die wesentliche Qualifikation für einen Chrysoberyll, um als Alexandrit angesprochen werden zu können. Obwohl Alexandrit einen starken Trichroismus (Dreifarbigkeit) aufweist, hat der Farbwechsel nichts mit Pleochroismus zu tun. Stattdessen liegt es, wie bei allen Edelsteinen mit Farbwechsel, an einer nahezu gleichen Transmission des blau-grünen und roten Bereichs des Spektrums, gekoppelt mit einer starken Absorption von Gelb. Folglich hängt die Farbe von der Spektral-Stärke der jeweiligen Lichtquelle ab. Künstliches (Glühbirnen-) Licht ist stark an das rote Ende geneigt, dadurch zeigt der Alexandrit unter dieser Lichtquelle eine rötliche Farbe. Tageslicht ist dagegen ausgewogener. Da unsere Augen grünem Licht gegenüber empfindlicher sind, ist das Gleichgewicht eher Grün zugeneigt. Die Stärke des Farbwechsels ist abhängig von Unterschieden in den Transmissionsbereichen, relativ zur Gelb-Absorption. Desto größer der Unterschied, umso stärker der Farbwechsel.

Farbe

Beim Alexandrit ist die Qualität der Farbänderung von höchster Bedeutung. Der „Heilige Gral“ ist ein Edelstein, dessen Farbe wie bei einer Ampel von Grün zu Rot wechselt – allerdings muss so ein Stein erst noch gefunden werden. Bei schönen Exemplaren erstreckt sich der Farbwechsel typischerweise von einem leicht bläulichen Grün zu einem Purpurrot. Händler geben die Qualität des Farbwechsels oftmals in Prozent an, wobei 100% das Ideal darstellt. Steine, die nur einen Wechsel von 30% oder weniger aufweisen, sind nur von marginalem Interesse und können wohl auch nicht mehr als Alexandrit bezeichnet werden. Signifikante Braun- oder Grau-Komponenten in einer der beiden Alexandrit-Farben führen zu einer dramatischen Wertminderung.

Reinheit 

In Sachen Reinheit kann der Alexandrit mit dem Rubin verglichen werden, wobei klar facettierte Steine über 1 Karat rar und in Größen von mehr als 2-3 Karat wirklich extrem selten sind. Negative Kristalle und parallele Rutil-Seiden sind häufige Einschlüsse. 

Schliff

Im Handel werden Alexandrite in unterschiedlichen Formen und Schliffen angeboten. Am häufigsten sind ovale Formen, aber auch runde kommen immer wieder vor. Daneben gibt es auch andere Formen wie den Emerald-Schliff bzw. Smaragdschliff.

Preise

Alexandrite gehören zu den teuersten Edelsteinen überhaupt, die Preise sind vergleichbar mit denen von qualitätsvollen Rubinen oder Smaragden. Aber wie bei anderen Edelsteinen auch, so sind Stücke von niedriger Qualität schon für ein paar Dollar pro Karat erhältlich. Diese Steine sind aber in den meisten Fällen nicht rein genug, um geschliffen werden zu können.

Größen

Alexandrit von facettierbarer Qualität ist extrem selten. Selbst Stücke von weniger als 0,5 ct. können für Tausende von Dollar pro Karat über den Ladentisch gehen. Jeder fein facettierte Alexandrit über zwei Karat sollte als sehr groß betrachtet werden. Exemplare mit einer Qualität über 5 Karat sind extrem selten. Zwar hat man in Sri Lanka einige Alexandrite mit mehr als 10 Karat gefunden, aber diese zeigen meist keinen guten Farbwechsel, da sich die Farbe von Grün zu Braun ändert.

Name

Die Bezeichnung „Alexandrit“ wurde von dem Mineralogen Nordenskjöld zu Ehren des ehemaligen russischen Zaren Alexander II. eingeführt – dieser wurde nämlich ungefähr zu der Zeit volljährig, als dieser Edelstein erstmals entdeckt wurde (um 1830). Außerdem entsprechen die Farben des Alexandrit (Rot und Grün) den alten russischen Imperialfarben. 

Herkunft 

Die ersten Alexandrite wurden in Russland entdeckt. Gute Exemplare fand man auch in Simbabwe, Sri Lanka, Tansania, Burma, Indien, Brasilien und Madagaskar. 1987 entdeckte man ein wichtiges neues Vorkommen bei Hematita in Brasilien. Die dortige Mine war nur kurze Zeit in Betrieb, aber man fand dort eine ganze Reihe von Steinen in sehr guter Qualität. Mitte der 1990er Jahre kamen in der Tunduru Region (Tansania) auch einige herausragende Exemplare zum Vorschein.

Imitationen

Echte synthetische Alexandrite existieren zwar, aber die große Mehrheit dieser Steine sind eigentlich synthetische farbwechselnde Saphire, die mit Vanadium eingefärbt wurden. Da die ersten Saphire mit Farbwechsel schon etwa ab dem Jahre 1909 hergestellt wurden, ist es absolut möglich, dass man ein Stück besitzt, das schon beinahe eine Antiquität ist. Sicherlich hat schon so mancher Reisende von einem Trip in die Dritte Welt einen Edelstein mitgebracht, den er für einen echten (natürlichen) Alexandriten hielt – nur um dann später zu entdecken, dass es sich in Wirklichkeit um einen billigen synthetischen Saphir handelt.