Edelstein Lexikon: Lichtbrechung

Lichtbrechung

Tritt Licht von einem Medium (z.B. Luft) in ein anderes über (z.B. einen Edelstein), so kann man beobachten, dass der Lichtstrahl gebrochen wird. Wahrscheinlich kennen Sie dieses Phänomen sogar aus eigener Anschauung: Wenn Sie einen Löffel in ein durchsichtiges Wasserglas (in dem Sie beispielsweise ein Arzneimittel aufgelöst haben) tauchen, so bekommt man den Eindruck, als wäre der Löffel an der Eintrittsstelle ins Wasser „abgeknickt“ – genau das ist Lichtbrechung. Dieser Effekt hängt damit zusammen, dass Licht in der Luft eine andere Geschwindigkeit aufweist als z.B. in Wasser oder anderen Aggregatformen. Die Geschwindigkeitsänderung bewirkt, dass schräg auftreffende Strahlen abgelenkt werden. Man kann den sog. Lichtbrechungsindex ermitteln, indem man den Sinuswert des Einfallswinkels (den Winkel zwischen Einfallslot und einfallendem Strahl) durch den Sinuswert des Brechungswinkels (der Winkel zwischen Einfallswinkel und dem gebrochenen Strahl) teilt. Die Errechnung des Brechungsindex ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil jedes Mineral konstante Werte aufweist – wenn ein Edelstein also rein optisch nicht bestimmbar ist, kann mit Hilfe des Lichtbrechungsindex ermittelt werden, um welchen Edelstein es sich wirklich handelt. Um den Lichtbrechungsindex genau zu ermitteln, nutzen Experten oftmals ein spezielles Gerät, den sog. Refraktometer. In den meisten Fällen wird die Lichtbrechung übrigens mit „n“ bezeichnet, dem Verhältnis der Lichtgeschwindigkeit in Luft zur Lichtgeschwindigkeit im Stein.