Edelstein Lexikon: Granulation

Granulation

Bei der Granulation handelt es sich um eine Schmiedetechnik, bei der kleinste Kügelchen aus Gold, Silber oder Platin zu Verzierungszwecken auf einer Metalloberfläche befestigt werden. Die Granulation war in der Antike weit verbreitet (z.B. zur Verzierung von Schmuckgegenständen wie Ohrringen), allerdings ging das Wissen um diese komplizierte Technik im frühen Mittelalter wieder verloren. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts konnte plausibel erklärt werden, wie die antiken Meister diese Kunstwerke angefertigt hatten.

Heute weiß man, dass die kleinen Kügelchen (auch „Granalien“ genannt) hergestellt werden, indem man kleine Metallspäne in Holzkohlestaub erhitzt. Daraufhin verflüssigen sich die Späne und ziehen sich zu sehr kleinen Kügelchen zusammen. Lange Zeit war vor allem unklar, wie die kleinen Kugeln daraufhin an dem Schmuckgegenstand befestigt wurden. 

Inzwischen steht fest, dass die Kügelchen mittels dem sog. „Reduktionslot“ auf dem Schmuckstück angebracht wurden – hierbei sorgen Kupfersalze (z.B. Grünspan oder Malachit) für eine feste Verbindung mit dem Untergrund: Die Kupfersalze werden mit einem Leim verbunden, wobei der Leim dazu dient, die Kügelchen auf das Metall zu kleben. Nun wird das Objekt erhitzt, wobei sich der Leim verflüchtigt und sich die Kupfersalze in Kupfer verwandeln. Das Kupfer dringt dabei in die umgebenden Metalle ein und verbindet so die Kügelchen mit dem metallenen Untergrund. 

Bei hochkarätigem Gold können die Kugeln auch durch Erwärmung am Untergrund „festgeschmolzen“ werden – hierbei handelt es sich aber um ein sehr anspruchsvolles Verfahren, da die Kugeln schnell zerfließen können.

Der Begriff „Granulation“ leitet sich übrigens vom lateinischen „granum“ (=Korn) ab.